Triumph

British Leyland

History von Christian Schlüter

Warum lieben gerade wir Deutsche die alte britische Marke Triumph auch heute noch so? Sind es die knackig – sportlichen Fahrzeuge, die diesen urwüchsigen Fahrspaß vermitteln? Ist es das vermeintlich britische Design, das in Wahrheit ganz überwiegend von dem italienischen Stardesigner Giovanni Michelotti stammt? Oder liegt es daran, dass der Triumph Gründer, ein gewisser Siegfried Bettmann, ein Deutscher aus Nürnberg war?

Im Folgenden ein spannender Überblick über die Meilensteine, die Marke, die Modelle und die Menschen aus der fast 100jährigen Geschichte der Firma Triumph, die sich u. a. mit Standard, Leyland, Rover und BMW kreuzt.

Und den Triumph – Freunden bleibt die Hoffnung, dass die Geschichte noch nicht endgültig zu Ende ist, denn BMW hält auch nach der Trennung von Rover immer noch die Markenrechte an Triumph und auch die Namensrechte am Stag. Comeback also nicht völlig ausgeschlossen.


Charles Spencer “Spen” King

von Christian Schlüter

Spen King, neben Harry Webster und Giovanni Michelotti einer der drei Väter des Triumph Stag. Spen King ging als Lehrling mit 17 Jahren zu Rolls-Royce und trat nach den Kriegsjahren 1945 in das Unternehmen seiner beiden Onkel Maurice und Spencer Wilks ein: Rover in Solihull.

Seine Kenntnisse aus der Luftfahrt ließ er in die damals stark beachteten Experimentalfahrzeuge “JET 1” und “T3” einfließen, die von Gas-Turbinen (!) angetrieben wurden und schließlich doch nicht bis zur Serienreife weiter entwickelt werden konnten.

Als junger Rover-Entwicklungschef war er dann für den Rover P 6 verantwortlich, ein seinerzeit technisch und optisch hochmoderner Wagen, der keinen Vergleich mit dem Triumph 2000 / 2500 oder kontinentalen Spitzenfahrzeugen zu scheuen brauchte.

Der Name Spen King wird aber für immer und ewig mit dem Range Rover und der “Erfindung” einer ganz neuen Fahrzeugklasse im Jahr 1970 verbunden sein, Jahrzehnte bevor die selbsternannten Premium-Hersteller den salonfähigen und leistungsstarken Geländewagen für sich entdeckt haben. Land Rover würdigte die Verdienste von Spen King bereits vor Jahren mit einem Sondermodell „CSK“ des Range Rover.

Nachdem unter „British Leyland“ alle relevanten britischen Marken – außer der Rootes-Gruppe – zusammen gefasst wurden und der bisherige Triumph Entwicklungschef Harry Webster zu Austin-Morris entsendet wurde, ging Spen King 1968 zu Triumph nach Canley und fand u.a. den Triumph Stag im halbfertigen Zustand vor.

Nachdem Spen King dort den Eindruck bekam – oder besser: ihm vermittelt wurde -, dass der Triumph-eigene V 8 so gut wie fertig war und der ihm wohlvertraute Ex-Buick-Rover V 8 partout nicht unter die Haube des Stag passen würde, gab er grünes Licht für den Stag in der konzipierten Form mit dem eigenständigen Motor.

Man leistete sich im BL-Imperium zu dieser Zeit also immerhin 3 V 8 Motoren: den Daimler 2,5l, den Stag 3,0l und den Rover 3,5l.

Spen King als Technischer Direktor und Entwicklungschef von Rover und Triumph schob das stockende Projekt Stag kräftig an, erhöhte den Hubraum zur Verbesserung von Leistung und vor allem von Drehmoment von 2,5 l auf 3,0 l und rüstete von der nicht unproblematischen Lucas-Einspritzung auf die bewährten Stromberg – Vergaser um. So gelang es schließlich, den Stag 1969 zu präsentieren und 1970 in Produktion zu nehmen. In den Folgejahren war King noch federführend verantwortlich für die Entwicklung des Triumph TR 7, des genialen 16 V Motor des Dolomite Sprint, des Rover SD1 (mehr Triumph als Rover) und des geplanten Mini – Nachfolger Metro. Durchweg gut durchdachte Autos, die unter dem chronischen Geldmangel und der mäßigen Arbeitsqualität in den Werken in den dunklen Jahren von BL zu leiden hatten.

1979 wurde Spen King Vorstandsmitglied bei British Leyland, zuständig für das Geschäftsfeld Technologie und Forschung.

1985 ging er mit 60 Jahren in den Ruhestand.

Er starb 2010 an den Folgen eines Verkehrsunfall im Alter von 85 Jahren.